Die Demokratie schafft sich ab – eine öffentliche Reaktion auf das Agieren in der KGA Satower Straße

Wir veröffentlichen an dieser Stelle einen Brief von Nils Goldammer, der das Vorgehen von Verwaltung sehr deutlich beschreibt.

„Sehr geehrte Damen und Herren,

dies ist ein offenes Informationsschreiben an alle demokratisch gewählten Vertreter der Hansestadt Rostock sowie andere politisch interessierte und ehrenamtlich engagierte Personen in unserer schönen Stadt. Es geht an alle, die mit viele Herzblut aus ihrer sonst knappen Zeit im Alltag noch eine Scheibe abschneiden, um mit viel ehrenamtlichen Engagement ihr Möglichstes tun, um unsere Hansestadt zu einem vielseitigen und vielschichtigen Ort zu machen. Ein Ort der Demokratie, wo der größtmögliche Konzens aller Einzelstimmen das Wohl unser Stadt und damit aller Bürgerinnen und Bürger prägt.

Vielen Dank für Ihr tägliches Engagement.

Fangen Sie aber lieber damit an, etwas sinnvolles mit Ihrer Zeit zu machen. Denn es bring nichts. Die Demokratie schafft sich gerade ab.

Warum?

Weil der Stiefel der städtischen Verwaltungen seit nun mehr einer Woche dabei ist, ein Teil der Kleingartenanlage Satower Straße in Schutt und Asche zu trampeln (siehe Foto im Anhang) und mit ihr auch alle demokratischen Regeln .

Denn Fakt ist,

– dass die Bürgerschaft am 05.04.2017 der Aufstellung des Bebauungsplan Nr. 09.W.190 „Wohngebiet Kiefernweg“ zu gestimmt hat.

– dass am 08.11.2017 durch die Bürgerschaft der Veröffentlichung des Entwurfes zum Bebauungsplan zugestimmt wurde.

– dass im Rahmen der öffentlichen Auslegung eine Vielzahl von Stellungnahmen von Rostocker Bürgerinnen und Bürger eingereicht wurden. Dabei wurde vielfach die Verkehrsanbindung kritisiert, die ein Anbindung mitten durch die KGA Satower Straße vorsieht anstatt den bereits vorhandenen Kiefernweg zu nutzen.

– dass eine für das erste Quartal geplante Beschlussfassung für den B-Plan Kiefernweg nun frühstens im Herbst 2019 zur Abstimmung eingebracht wird. Hintergrund ist die gestellte Frage, ob es Rechtens ist, durch eine im Flächennutzungsplan als Kleingartenanlage festgelegt Fläche einfach eine Straße zu bauen. Nach Prüfung der städtischen Juristen ist dies nicht Rechtens. Hier bedarf es zuerst einer Änderung des Flächennutzungsplans.

– dass für den Satzungsbeschluss des B-Plans nun vorab der Flächennutzungsplan geändert werden muss mit allen demokratisch festgelegten Schritten, die dafür notwendig sind (Bürgerschaftsbeschluss, öffentliche Auslegung und und und). Dies soll aber nicht im Rahmen der gerade stattfindenden generellen Überarbeitung geschehen, sondern als Änderung im aktuell gültigen Flächennutzungsplan.

Also kann festgehalten werden, dass der demokratische Weg für die ordnungsgemäße Aufstellung des B-Plans noch längst nicht abgeschlossen ist. Es sind noch viele Hürden zu nehmen, bevor er beschlossen wird. Und wer sagt der Stadtverwaltung, dass er genau so beschlossen wird, wie er derzeit in den Köpfen der Planer existiert?

Die Ignoranz gegenüber der Demokratie sagt es. Die Ignoranz, die Tatsachen schafft, bevor eine rechtsgültige Abstimmung ihr handeln legitimiert hat. Die Ignoranz, die offenen allen gewählten Vertretern der Hansestadt und damit alle Bürgerinnen und Bürgern ins Gesicht spuckt und sagt:

„Was willst Du denn machen? Gegen die Änderung des Flächennutzungsplan stimmen? Gegen den Aufstellungsbeschluss des B-Plans wegen einer Verkehrsanbindung? Jahres lange Planen und Geld ausgeben wegen ein paar Bürgereinwendungen und ein paar politischen Meinungen zunichte machen? Nein, das brauchst Du doch gar nicht. Da stehen doch gar keine Lauben mehr, kein Baum, nichts mehr da! Wie steht die Stadt denn da, wenn jetzt der ganzen Sachen eine Abfuhr erteilt wird? Also hebt mal alle brav die Hände und sagt: Ja. Vielen Dank. Wir machen weiter.“

Das Meinungen und Hinweise von Bürgerinnen und Bürger durch die Stadtverwaltung zumeist mit den Füßen getreten werden, bin ich schon seit einiger Zeit gewohnt. Aber dass mit demokratischen Grundprinzipien so dreist und schamlos umgangen werden, ist mir neu. Klar kann man sagen: „Die Gärten sind gekündigt. Die Flächen gehören der Stadt. Und wenn ein Kleingärtner die Fläche zurückgibt, dann laut Gesetz als erdbraune Fläche. Das haben nur wir jetzt übernommen. Also was wollt ihr?“

Dazu kann ich nur sagen, freie und unbestimmte Demokratie. Wo man Meinungen äußern und Entscheidungen treffen kann, ohne eine Pistole auf die Brust gedrückt zu bekommen. Das scheint nur in Rostock langsam nicht mehr möglich. Die Demokratie schafft sich ab.

Nils Goldammer

P.S. Als öffentlicher Brief darf dieses Schreiben gerne an alle Interessierte weitergeleitet werden.“

Einladung zur Radwanderung am 01.07.2018 rund um Biestow

Wir möchten alle Interessierten am 01.07.2018, 10:00 Uhr ab dem Biestower Dorfteich zu einer kleinen Radwanderung einladen. Die Tour führt ab Biestow (Dorfteich) über Klein Stove, Kritzmow, Biestow-Ausbau zurück nach Biestow – die Länge beträgt ca. 15 km und soll knapp 2 Stunden dauern.

Gedanken- und Erfahrungsaustausch, etwas Historie sowie Anekdoten sollen die Tour kurzweilig werden lassen.

Rostock lebenswert? Rostock und Segregation? Rostock braucht Wohnraum?

Wie Sie sicher den Medien entnehmen konnten, wurden verschiedene Untersuchungen u.a. zum Thema „Wo lebt es sich am besten?
Die große Deutschland-Studie“ (ZDFzeit), „Haushalts- und Wohnungsnachfrageprognose 2035 für die Hanse- und Universitätsstadt
Rostock“ (Empirica AG) oder auch das Thema „Wie brüchig ist die soziale Architektur unserer Städte? – Trends und Analysen der Segregation in 74 deutschen Städten“ (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung) innerhalb kurzer Abstände veröffentlicht. Hierin wurde auch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock untersucht.

Machen Sie sich ein Bild, zu welchen Ergebnissen die Experten hier gelangt sind. Interessant die unterschiedlichsten Blickwinkel – aber Rostock ist nicht überall ganz vorn. Die Politik ist unseres Erachtens gefordert, nicht nur die guten Ergebnisse zu veröffentlichen und zu diskutieren, sondern hat sich auch den anderen Aspekten zu stellen.

Hier finden Sie die Dokumente, die auf unserer 7. Bürgerinformationsveranstaltung u.a. genannt und kurz beschrieben wurden:

Trends und Analysen der Segregation in 74 deutschen Städten

Wo lebt es sich am besten? Die große Deutschland-Studie

Haushalts ‐ und Wohnungsnachfrage ‐ prognose bis 2035 für die Hanse ‐ und Universitätsstadt Rostock – Endbericht

 

 

Kommentar von Prof. Linowski zur Bevölkerungsprognose 2035

Verantwortliche der Hansestadt Rostock können oder wollen keine Antworten zur hauseigenen und äußerst positiv ausgefallenen Bevölkerungsprognose 2035 finden. Sie wurde 2016 als Gegenpol zur Haushalts- und Wohnungsmarktnachfrageprognose Rostock 2025 erstellt. Endlich, demnach können mehr als 20.000 Wohnungen begründet werden?

Wir hatten uns dem Thema Bevölkerungsprognose in 2016 gewidmet und dazu auf der Bürgerinformationsveranstaltung informiert. Nun konnte aber das Netzwerk RoBin – Rostocker Bürgerinitiativen – den renommierten Experten für Wirtschaftsmathematik und Analysemethodik Prof. Dr. Dr. h.c. Dirk Linowski gewinnen, die allgemein strittige B-Prognose 2035 fachlich zu beleuchten. Prof. Linowski kommentiert anschaulich die Real- und Entwicklungsstatistiken für Rostock und zeigt Mängel der hauseigenen B-Prognose auf. Mehr können Sie hier lesen:

2017-12-13_OZ_Bevölkerungsprognose_ist_ein_Zerrbild-1

RoBin_Pressemitteilung_Bevoelkerungsprognose_auf_Prüfstand

Prognosebewertung_HRO_2035_Prof.Linowski

These zur Bevölkerungsprognose der Hansestadt Rostock

Sehr geehrte Interessierte,

hier ein Auszug aus dem Bericht von Oberbürgermeister Roland Methling während der Sitzung der Bürgerschaft am 08. November 2017 (nur schriftlich vorgelegt):

„In direktem Zusammenhang dazu kann ich Ihnen berichten, dass am 31. Oktober 2017 208.629 Personen mit Hauptwohnung in Rostock gemeldet waren. Das sind 731 Rostockerinnen und Rostocker mehr als Ende September und sogar ein Plus von 924 Personen im Vergleich zum Vorjahr. Rostock wächst, und das sollten wir bei all unseren Entscheidungen immer im Auge behalten!“

Frage: 731 Personen in einem Monat und nur 193 Personen in den restlichen 11 Monaten?

Klar: das neue Semester hat angefangen! Resümee: Was Rostock braucht, sind preiswerte Wohnungen für Studenten, Pflegebedürftige und Asylsuchende und keine gnadenlos überteuerten Bauplätze in der Biestower Feldflur und schon gar keinen neuen Stadteil in Biestow!

Wenn man den Anteil ausländischer Mitbewohner aus der Bevölkerungszahl herausrechnet, sinkt die Einwohnerzahl! Die Steigerungen der letzten drei Jahre sind offensichtlich fast nur auf die Sondereffekte von Asylsuchenden zurückzuführen.

Unser Oberbürgermeister hält jedoch weiterhin an seiner „Vision“ fest: „Wenn wir eines Tages auch mit dem neuen Stadtteil Groß Biestow loslegen, werden wir dort Platz für Kleingärten schaffen“, versichert der OB in einem Beitrag der OZ vom 09. November 2017.

Klaus-Peter Müller

1. Bürgerversammlung und die Haushaltsprognose für Rostock aus 2014

Unsere 1. Bürgerversammlung hat gestern in Biestow im Bauernhaus stattgefunden. Herzlichen Dank an alle Bürgerinnen und Bürger, die sich für den Stadtteil Biestow interessieren, sich informieren wollten und nicht auf die Politik und Verwaltung „unendlich“ warten und gehört werden wollten.

Ihre Anregungen werden wir im kommenden Jahr diskutieren und versuchen umzusetzen.

Besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen Bürgerinnen/ Bürgern, die aktiv an der Vorbereitung beteiligt waren und damit zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Hervorheben möchten wir Frau Niekrenz und ihr alt ehrwürdiges Bauernhaus, womit der ideale Ort für die 1. Bürgerversammlung zur Verfügung stand. Leider konnten wegen Platzmangel nicht alle Bürgerinnen/ Bürger an der Veranstaltung teilnehmen. Daher werden wir in Kürze die Präsentation vom 14.12.2015 auf der Seite veröffentlichen.

Bereits jetzt können alle, die uns Bürgerinnen/ Bürgern lange vorenthaltene Haushaltsprognose mit Stand 2014 lesen.

Bürgerinitiative Biestow

http://www.das-war-rostock.de/fileadmin/user_upload/download/Haushaltsprognose-Rostock-2025.pdf